Radlergruppe des Heimatvereins

Pättkestouren aus dem Internet

Von Dieter Huge sive Huwe - Westfälische Nachrichten/Münstersche Zeitung

 

 

Josef Fleige plant die Touren für die Radwandergruppe mit Hilfe eines Programms aus dem Internet am Laptop. Die Daten überträgt er anschließend in das Fahrradnavi neben dem Rechner.

 

Foto: Dieter Huge sive Huwe

 

 

Kollege Computer ist für Josef Fleige ein wichtiger Helfer, wenn es im Winter darum geht, die Touren für die nächste Saison der Pättkesfahrer zu planen.Der Leiter der Heimatverein-Radlergruppe testet aber trotz moderner Hilfsmittel jede Tour vorher persönlich auf dem Rad. Er ist immer auf der Suche nach Nebenstraßen, Feldwegen und kleinen Pättchen für seine Gruppe.

 

Josef Fleige leitet seit 2011 die Pättkesfahrer im Heimatverein, organisiert die Touren, erkundet zuvor die Routen. Und dafür begibt er sich als allererstes ins weltweite Netz. Jetzt, im Winter, brütet der 69-Jährige über den Ideen für die Radtouren der neuen Saison. Ein grober Rahmen steht zwar. Neue Ziele hat er ins Auge gefasst: Riesenbeck, Reken, die Steveraue bei Olfen, die Westruper Heide. In einem kleinen Prospekt für die Gruppe sind die Fahrten aufgelistet, die immer donnerstags stattfinden und zwar immer am letzten Donnerstag des Monats. Doch wie genau soll die Route aussehen? Viel Erfahrung, auch mit den Erwartungen der Gruppe, sind notwendig, um die Tour zusammenzustellen.

 

Feste Größe ist dabei die gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit. „Das soll ja nicht in Stress ausarten. Wir machen ein 14-er oder 15-er Tempo“, beschreibt Fleige eine dieser festen Größen für die Touren. Das sei ein gemütliches Tempo und auch diejenigen, die ohne elektrische Unterstützung unterwegs sind, könnten bei der Geschwindigkeit gut mithalten. Zwischen 40 und knapp 60 Kilometer lang waren die Tagesfahrten im abgelaufenen Jahr. Maximal vier Stunden reine Fahrtzeit also. Doch geht es den radelnden Heimatfreunden ja nicht ums Abreißen von Kilometern. Nein, der Plausch der Fietsenfahrer unterwegs ist ebenso wichtig wie die kleinen Pausen zwischendurch. Mitgebrachte Snacks gehören dazu   – mal die Stulle, mal ein Apfel. Kulinarischer Höhepunkt ist indes der Besuch einer Gaststätte oder eines Cafés, die gegen Ende der Tour angesteuert werden. „Von da aus sollten es höchstens noch fünf Kilometer zum Parkplatz sein“, weiß Fleige, dass ein voller Magen nun mal nicht gerne Fahrrad fährt.

 

Der Parkplatz ist somit für die Routenplanung der Dreh- und Angelpunkt. 20 Autos muss er fassen, denn mittlerweile zählt die Gruppe bis zu 40 Teilnehmer. „Da kommen immer wieder welche nach“, kann sich Fleige über Zulauf nicht beklagen. Die Räder werden huckepack mitgekommen, meist auf der Anhängerkuppelung. Der Parkplatz muss also gut ausgewählt werden für die anvisierte Rundroute. „Bei der Vorbereitung hilft mir das Programm ,GPSies‘“ erläutert Fleige und öffnet seinen Laptop. Eine Kartendarstellung, Piktogramme, beispielsweise für Radler, Fußgänger oder auch für Reiter erlauben eine individuelle Planung. Markante Zwischenziele wie Sehenswürdigkeiten in der betreffenden Region lassen sich markieren. Das Programm sucht nun die Routen – beispielsweise für die Radler, die wenig oder gar keine Landstrasse befahren wollen. „Das alles kann man einstellen“, freut sich der Metelener über die Unterstützung des Kollegen Computer.

 

Doch trotz aller Technik: Die so gefundene Route ist nicht in Stein gemeißelt. „Ich fahre sie immer vorher ab, zumeist mit meiner Frau Cilly zusammen“, sagt Fleige. Die Daten des Programms werden dafür in das Fahrrad-Navigationsgerät der Fleiges geladen. Vor Ort sieht der Radtouren-Experte des Heimatvereins dann schnell, ob Abweichungen notwendig sind.

 

Die ins Auge gefasste Gaststätte steuern die Fleiges bei den Voraus-Touren ebenfalls an, probieren die Küche und checken vor allem, ob an dem geplanten Termin der Tour nicht ausgerechnet der Ruhetag des Hauses ist. „Wichtig ist ebenfalls, herauszufinden, ob es die Küche schafft, bis zu 40 Personen gleichzeitig mit Essen zu versorgen“, weiß Fleige um den guten Hunger der Heimatfreunde. Nur ganz selten sei es bisher vorgekommen, dass eine Panne die Tour der Radler kurzzeitig unterbrach. „Und wenn das doch mal passiert, kriege ich das schnell wieder hin“, lacht Fleige, der Zweirad-Mechaniker gelernt hat und sich auch mit den Autos bestens auskennt, die nach der Tour mal nicht anspringen wollen. Eine glückliches Händchen war es also, das Metelens Heimatverein gehabt hat bei der Auswahl seines Experten für die Pättkes-Touren.

 

 

 

 

 

Winterwanderung 2015

 

Winterwanderung der Heimatfreunde

 

30 Heimatfreunde begannen das neue Jahr am 03.01.2015 mit einem von Helmut Rengers, Werner Pöpping und Bernhard Jöhne organisierten Wintergang rund um Metelen.

 

Start war an Plagemann´s Mühle. Nach zwei längeren Pausen in der Kleingartenanlage und auf dem Hof Wiggenhorn (siehe Foto) kehrte die lustige Runde ins Hotel Brink ein, wo Wurst- und Leberbrot mit Apfelringen und Sauerkraut von Peter Brink serviert wurde.

 

 

Nach dem hervorragend zubereiteten Essen verging bei netter Unterhaltung und tollen Gesangs-einlagen von Rudi Hölscher die Zeit wie im Fluge. Das Vereinsjahr 2015 legte einen guten Start hin.

 

 

 

 

 

Erfolgsrezept: Tradition + Modernes

Fettmarkt in Metelen am 18. und 19. Oktober 2014

 

 

Von Dorothee Zimmer – Münstersche Zeitung

 

Nach einem Gläschen mit Metelener Korn steht am Samstagnachmittag nicht jedem Fettmarktbesucher der Sinn. Wilfried Opitz spaziert als Kiepenkerl über den Markt, an der Seite seine trachtengewandete Enkelin, die am Arm einen Korb mit Bonbons zum Verteilen trägt. Mit der Flasche in der Hand spricht er die Besucher an: „Wie wär’s mit ’nem Schnäpsken?“ Ein gelegentlich ablehnendes Kopfschütteln kommentiert der Heimatfreund launig: „Früher wären wir froh gewesen, wenn wir einen gekriegt hätten.“ Da pflichten ihm viele bei, die noch aus Erfahrung wissen, dass die Zeiten mal anders waren. Viel knapper.

 

 

Damals hatte man auf dem Fettmarkt nichts zu verschenken, nur zu verkaufen. Gut genährtes Vieh, die Ernte vom Feld, Handwerkliches. Diese Tradition hält Antje Schmies-Hoffmann bei ihrer jährlichen Vorbereitung stets im Blick. Mit ihr und modernen Elementen hat die Organisatorin dem Fettmarkt zu neuer Größe verholfen. Dieses Jahr sind es insgesamt 102 Schausteller, externe und Vereine aus Metelen, deren unterschiedliches Angebot Besuchern aller Altersklassen viel Kurzweil verspricht. Darunter Anleihen an früher: Ein Schwein zum Gewichtsschätzen ist dabei, ein Korbflechter, Frauen, die das Handwerk des Strickens und Stickens demonstrieren. Darüber hinaus gibt es beispielsweise im Bürgerhaus bei den Landfrauen Brot und der Kolpingfamilie Kuchen fernab industrieller Großproduktion zu kaufen.

 

Gerade diesen Ort zu belegen, sei nie ein Problem, erklärt Schmies-Hoffmann. In diesem Jahr ist auch die Bühne wieder involviert. Hier gibt es eine Weinprobe und durch die exponierte Lage einen weitläufigen Blick inklusive. Die Angebote fürs leibliche Wohl sind offenbar die am meisten begehrten – „Essen und Trinken geht immer“, sagt die Organisatorin in einer Verschnaufpause bei einer Tasse Kaffee. Der Verkauf anderer Produkte, so sei ihr von Schaustellerseite mehrfach signalisiert worden, gestalte sich zunehmend schwieriger. Damit der Markt seinen Umfang nicht einbüßt, will sie die Standgebühr weiterhin niedrig halten.

 

Wo der Gang über den Fettmarkt enden wird, steht für Femi Stauvermann schon vorab fest. Die Metelenerin von der Eperstraße flaniert mit ihrem Besuch aus Holland an den Ständen vorbei, fürs Abendessen hat sie schon zuhause Vorbereitungen getroffen, was sie auch hätte lassen können. „Sie wollten unbedingt zum Fettmarkt und Reibeplätzchen essen.“ Der Kiepenkerl kreuzt ihren Weg: „Wie wär’s mit ’nem Schnäpsken?“ Ja, warum eigentlich nicht?

 

 

 

 

 

Schon viel geschafft !

 

 

Am Ziel sind sie noch nicht. Aber die Heimatfreunde sind laut Werner Pöpping, seines Zeichens Vorsitzender des Mühlenausschusses, „sehr zufrieden“ mit dem Fortgang der Renovierungsarbeiten an der Plagemannschen Kornwassermühle.

 

Das unter Denkmalschutz stehende historische Ensemble erfährt seit einigen Wochen eine Runderneuerung, bei der vor allem eines gefragt ist: Hand- und Ehrenamtsarbeit. Dafür packen vor allem die Mitglieder der Eisengruppe und des besagten Mühlenausschusses tatkräftig an. Am vergangenen Freitag waren es beispielsweise Heijo Plagemann, Sohn des letzten Mühlenbesitzers Josef Plagemann, Heinz Rengbers von der Eisengruppe und der Kiepenkerl Wilfried Opitz, die Hand an das betagte Gebäude anlegten.

 

Ihre Mission: Abdichten des Dachüberstandes gegen Eindringlinge wie Dohlen. „Schubkarrenweise“, so berichtet Plagemann, habe man zuvor Nistmaterial und Vogeldreck aus den Nischen der Dachschrägen herausgeholt. Während das Duo in luftiger Höhe die Windfedern erneuerte, schnitt ein weiterer Heimatfreund im Werkraum der Mühle die Bretter zu. Auf Zuruf ging‘s dann per Seilzug am Gerüst empor. Mit einfachen Mitteln viel erreichen – die Metelener Heimatfreunde wissen sich zu helfen.

 

 

 

Und sie haben vor Einbruch der kalten Jahreszeit schon eine ganze Menge der anvisierten Arbeiten geschafft. So ist die Verbretterung des Dachüberstandes ebenso abgeschlossen wie die Ausbesserung und der Neuanstrich der Fachwerkbalken an der Ost- und Südfassade. „Vier Mal sind diese übergestrichen worden“, berichtet Pöpping. Auch der Sackaufzug habe eine Überholung erfahren. Indes: Ganz ohne „Amtshilfe“ geht es auch bei den handwerklich begabten Heimatvereinsmitgliedern nicht. Stichwort Feuchtigkeitsschäden am Fundament im Bereich des Turbinenauslasses. Um die Risse und deren Ausmaß genau festzustellen, nahm der Verein die Hilfe von Tauchern des Wasser- und Schifffahrtsamts Rheine in Anspruch. Bei den Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Fuge zwischen der in den 1970er-Jahren errichteten Betonbrücke und dem historischen Mühlengebäude undicht ist. „Wir werden diesen Schaden von einer Fachfirma beseitigen lassen“, kündigte Heijo Plagemann an. An der Außenfassade sind die Arbeiten vorerst beendet. Sichtbares Zeichen dafür: Am Montag wurde das Gerüst an der Südseite wieder abgebaut.

 

Im kommenden Frühjahr soll es an der Nordfassade weitergehen. Auch dann muss wieder eine Stahlkonstruktion errichtet werden. Bis Ostern soll die Renovierung dann abgeschlossen sein. Erst danach wird auch das Fördergeld fließen, berichtet Pöpping. Insgesamt stehen dem Heimatverein 12 000 Euro an öffentlichen Zuschüssen in Aussicht. 38 000 Euro beträgt die Gesamtsumme der Aufwendungen. Die Differenz wollen die Heimatfreunde in Eigenleistung stemmen.

 

 

 

 

 

Zünftige weiß-blaue Gaudi

Senioren-Wandergruppe

 

 

Zünftig ging’s am Mittwoch, den 08.10.2014 bei der Senioren-Wandergruppe des Heimatvereins Metelen zu. Im Heidecafé gab’s einen Bayerischen Nachmittag mit allem, was dazugehört. Auf jedem Platz lag eine "Brezn", eingepackt in weiß-blaue Rautenserviette. Auch die Tischdecken zeigten natürlich das charakteristisch-bayerische Muster. Hanni Teichler hatte bei der Deko ganze Arbeit geleistet.

 

"Wir nahmen im Vorfeld rund 50 Anmeldungen entgegen", so Monika Jöhne, Leiterin der Senioren-Wandergruppe. Sie selbst ging mit gutem Beispiel voran und erschien im rustikalen Outfit mit grauem Filzhut auf dem Kopf. Diesmal waren die Heimatfreunde mit dem Bus angereist. "Trachtenzwang" herrschte nicht, die Seniorinnen und Senioren durften in bequemer Kleidung kommen. Nur vereinzelt stach mal ein "Dirndl" ins Auge, das seine Trägerin sehr "fesch" wirken ließ. Mit stilecht-süddeutschem "Grüß Gott" eröffnete Monika Jöhne den Nachmittag. Und das Publikum wurde gleich zu einer "Riesen-Gaudi" aufgefordert.

 

 

Beim "Nägelkloppen" musste jeder mit möglichst wenig Schlägen einen Nagel in eine Baumscheibe schlagen musste. Ein bajuwarischer Spaß. Wer den Hammer lediglich fünfmal schwang, verzeichnete schon ein gutes Ergebnis. Mit von der Partie war auch der Heimatvereins-Vorsitzende Bernhard Iking.

 

Zwischendurch sorgte Herbert Lösing auf dem Schifferklavier für gute Stimmung. Mit flinken Fingern verstand er es gut, dem Instrument volkstümliche Weisen zu entlocken. Wen wunderte es, wenn nach dem "Nägelkloppen" das Lied "Lebt denn der alte Holzmichel noch?" angestimmt wurde. Wer viel arbeitet, muss auch gut essen.

 

So stand am Abend ein bayerisches Menü auf dem Programm. Leberkäs: Mini-Haxe, Püree mit Sauerkraut und Röstzwiebeln - echt lecker. Die Senioren-Wandergruppe ist übrigens an jedem zweiten Mittwoch des Monats unterwegs.