Mitgliederversammlung 2015

Ehrenmitgliedschaft als Dankeschön

 

Von Dorothee Zimmer - Zeitungsgruppe Münstersche Zeitung/Westfälische Nachrichten

 

 

 

Auf der Mitgliederversammlung des Heimatvereins Metelen am 25.01.2015 sind Heinz Rengbers (3.v.r.) und Agatha Bockholt (2.v.r.) zu Ehrenmitgliedern ernannt worden. Dazu gratulierte auch der aktuelle Vorstand bestehend aus Helmut Rengers, Inge Brans, Heijo Plagemann, Monika Jöhne, Hermann Schaten, Josef Fleige, Agnes Opitz, Werner Pöpping und Vorsitzender Bernhard Iking (v.l.). Foto: Dorothee Zimmer Metelen

 

 

Auf der Mitgliederversammlung des Heimatvereins ist der Vorstand im Amt bestätigt worden. Zudem entschied die

Versammlung, zwei verdiente Akteure zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Und gleichsam als Überraschungsgast stattete das Stadtprinzenpaar einen Besuch ab.

 

Um den runden Geburtstag, den der Heimatverein im vergangenen Jahr beging, war kein Aufhebens gemacht worden. Schriftführer Heijo Plagemann war er aber am Sonntag ein kleiner Hinweis wert. „85 Jahre Heimatverein Metelen, das ist schon eine stolze Zahl“, sagte er auf der Mitgliederversammlung, zu der Vorsitzender Bernhard Iking neben Ehrenmitgliedern auch Bürgermeister Gregor Krabbe und Pastor Thomas Stapper sowie Ochtruper Heimatfreunde im Bürgerhaus begrüßte.

 

Ein gemeinsames Kaffeetrinken ging dem offiziellen Teil voran. Frauen der Trachtengruppe sorgten aufmerksam für das Nachfüllen sich leerender Tassen, und das Akkordeontrio steuerte die schwungvoll musikalische Note bei. Ihnen sowie weiteren 14 Gruppen, die sich unter dem Dach des Vereins engagieren, galt Ikings besonderer Dank. „Es gibt so viele Aufgaben, die von Heimatfreunden übernommen werden. Dafür spreche ich ein großes Lob aus.“ Für ihren Einsatz über das normale Maß hinaus votierte die Versammlung auf Vorschlag des Vorstandes einstimmig dafür, Agatha Bockholt und Heinz Rengbers zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Iking stellte deren besondere Verdienste heraus. Agatha Bockholt gehörte unter anderem zwölf Jahre dem Vorstand an, beteiligte sich stets rege beim Reibeplätzchenbacken und sei „immer zur Stelle gewesen, wenn es etwas zu tun gab“. Ebenso verhielte es sich bei Heinz Rengbers. Er kümmere sich vor allem um die Pflege des Ackerbürgerhauses und sei ein Aktiver mit einem klaren Bekenntnis zum Ehrenamt.

Eine weitere Ehrung wurde Agnes Opitz zuteil. Die Mitarbeit im Vorstand der stellvertretenden Vorsitzenden jährte sich in diesem Jahr zum 30. Mal. Iking nannte sie „ein Urgestein des Heimatvereins“ und sagte: „Sie bewegt unheimlich viel.“

 

Ohne Gegenstimmen sprachen sich die Mitglieder für eine weitere Amtsperiode der turnusgemäß zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder aus. Sie bestätigten Bernhard Iking nach nunmehr drei Jahren in seinem Vorsitz, außerdem Helmut Rengers als Kassierer und Josef Fleige als Beisitzer. Kassenprüfer Willi Hasken hob Rengers gute Kassenführung hervor, die Entlastung von Vorstand und Kassierer erfolgte einstimmig. Iking erklärte zur Bereitschaft, den Vorsitz weiter übernehmen zu wollen: „Im Ehrenamt scheint nicht jeden Tag die Sonne, aber meine Frau und ein toller Vorstand unterstützen mich.“

 

Nicht mehr in der Vorstandsriege vertreten sind Hans Köning und Brigitte Möllers. Zu ihrem Einsatz – Köning als langjähriger Kassierer, Beisitzer und Pressewart, Möllers als Beisitzerin, Verantwortliche der Gruppe Nadel und Faden sowie bereitwillig Aushelfende – betonte Iking aufgrund der Abwesenheit beider: „Aus der Ferne sag ich Dankeschön.“ Die Leitung der Handarbeitsgruppe übernehmen Cilly Fleige und Mimi Wittrock-Kurberg.

 

Eine Stippvisite bei den Heimatfreunden machte das Stadtprinzenpaar Klaus und Miriam Blome. Die Tanzgarde in ihrem Gefolge trug mit einer Darbietung zum unterhaltsamen Teil bei.

 

 

 

 

 

Ehre für Albert Tietmeyer

Ortschronist mit viel Sinn für Humor

von Dieter Huge sive Huwe - Westfälische Nachrichten am 28.03.2015

 

Albert Tietmeyer vor einem Teil seiner Werke, die er in Aktenordnern aufbewahrt. Die mit dem grünen Aufkleber soll einmal der Heimatverein bekommen.

 

Foto: Dieter Huge sive Huwe

 

Er ist ein zutiefst heimatverbundener Mensch, ein Sammler und Chronist von Geschichte und Geschichten, und hat dazu noch einen ganz ausgeprägten Sinn für Humor: Albert Tietmeyer wird am Montag vom Landrat des Kreises Steinfurt geehrt.

 

Albert Tietmeyer auf 112 Zeilen zu porträtieren, ist ein beinah unmögliches Unterfangen. Zwei Tage vor der großen Ehre, die ihm durch den Landrat des Kreises zuteil wird, hier nun der Versuch. Vorzustellen ist ein ebenso energiegeladener wie freundlicher älterer Herr, den man allen alteingesessenen Menschen im Ort eigentlich nicht zu beschreiben braucht. Albert Tietmeyer ist

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ein Urgestein, einer, der bekanntesten Metelener überhaupt. Elf Geschwister waren sie im Hause Tietmeyer, Albert war der Älteste. Der Vater kümmerte sich als Beamter um die Finanzen der Gemeinde, Albert jedoch verschlug es zunächst ins Handwerk. „1945, da war es wichtig, das man versorgt war“, erzählt der heute 84-Jährige. Und versorgt war er, lernte Bäcker, arbeitete drei Jahre in Borghorst in der Bäckerei Badde, dann zog es ihn in die Welt hinaus. Bis Köln kam er, machte hier seinen Meister, infizierte sich mit dem rheinischen Humor und wurde einer seiner Botschafter, als er zurück in Metelen war. Die eigene Bäckerei, in der er 30 Jahre arbeitete, war der Beruf – Gedanken, Erlebnisse, Gehörtes zu Papier bringen, die Berufung.

 

„Ach, ich weiß nicht, wie viele Stunden ich an der Schreibmaschine verbracht habe“, schaut Tietmeyer auf etliche Regalmeter mit Aktenordnern. Sie enthalten: Dönekes, Geschichten, Theaterstücke, Vierzeiler, Erinnerungen . . . Tietmeyer nimmt hier einen Ordner aus dem Regal, blättert dort in einem Schnellhefter, erzählt vom Dorf-Original Heinrich Kemper, dessen Geschichten er – da war er Mitte 30 – für die Nachwelt festhalten wollte. Es war der Anfang der großen Leidenschaft fürs Schreiben. Der Beginn des emsigen Schaffens eines zutiefst heimatverbundenen Menschen, der mit seinem erfrischenden Humor nie aneckt, sondern ansteckt. Tietmeyers Erzählungen faszinieren. Metelenern bescherte er bei den Küeroabenden des Heimatvereins so manches Aha-Erlebnis, Zeitungslesern über Jahre mit seinen Kolumnen herzhafte Lacher, dem Kreisjahrbuch regelmäßige Beiträge, die ankommen.

 

Der Kreis ist es auch, der ihn am Montag für besondere Verdienste in der Heimat- und Brauchtumspflege auszeichnet. Tietmeyer freut sich darauf: „Es ist schön, dass sie an mich gedacht haben.“ Dass er im Heimatverein aktiv war, versteht sich. Daneben ist er ein Urgestein der Kolpingfamilie und war dabei einer der Initiatoren des Metelener Sitzungskarnevals. Viele Büttreden hat er geschrieben, vorgetragen nur wenige. Tietmeyer ist Mann des Wortes, und zwar des geschriebenen. An der Schreibmaschine und heute am Computer taucht er ein in die Welt der Geschichte und Dönekes, in denen er die porträtierten Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen darstellt – stets mit einem Augenzwinkern und immer so, dass man es ihm nicht krumm nimmt. Plattdeutsch ist da das perfekte Instrument für Tietmeyer. Ein Ortschronist, der in Metelen seinesgleichen sucht.

 

 

 

 

 

Eine Herzensangelegenheit

Von Ralph Schippers, Ochtruper Tageblatt

 

Ob Fachwerk, Fundament oder Lastenaufzug: Umfangreich ist das Maßnahmen-Bündel, dass der Heimatverein, im Bild (v.l.) Heijo Plagemann, Hans Köning, Hermann Schaten und Bernhard Iking, jetzt angehen will, um Plagemanns Mühle wieder auf Vordermann zu bringen.

Ob Fachwerk, Fundament oder Lastenaufzug: Umfangreich ist das Maßnahmen-Bündel, dass der Heimatverein, im Bild (v.l.) Heijo Plagemann, Hans Köning, Hermann Schaten und Bernhard Iking, jetzt angehen will, um Plagemanns Mühle wieder auf Vordermann zu bringen. Foto: Schippers

 

Plagemanns Mühle steht eine umfangreiche Renovierung bevor. Mit einem Volumen von 38 000 Euro soll gleich ein ganzes Bündel von Maßnahmen erfolgen. Bei einem Rundgang durch die Mühle stellten Mitglieder des Vorstands die zu tätigenden Arbeiten vor.

Egal ob Burganlage, Kirche oder Adelssitz: Historische Gebäude haben permanenten Erneuerungsbedarf. Das ist auch bei der Kornwassermühle Plagemann nicht anders. Das unter Denkmalschutz stehende Ensemble an der Vechte nahe dem Ortskern ist seit Mitte der 1980er-Jahre im Besitz der Gemeinde. Genutzt wird es indes vom Heimatverein – unentgeltlich. Im Gegenzug hält er es instand und betreibt ehrenamtlich ein Museum. „In den vergangenen Jahren haben wir immer wieder kleinere Maßnahmen durchgeführt, um das Gebäude zu erhalten“, betont Bernhard Iking. Nun jedoch stehe – erstmals seit drei Jahrzehnten – eine umfassendere Sanierung an, so der Vorsitzende des Heimatvereins.

Auf rund 38 000 Euro Gesamtsumme addieren sich die Kosten der Maßnahmen für die Runderneuerung der „alten Dame“ Wassermühle, die nunmehr kurzfristig in Angriff genommen werden sollen. Möglich wird dies durch die Förderzusagen der „Gesellschaft zur Förderung gemeinnütziger Zwecke Kreis Steinfurt“ sowie der Denkmalförderung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Landrat Thomas Kubendorff überbrachte den Heimatfreunden jüngst während

ihrer Jahreshauptversammlung die guten Nachrichten (das Tageblatt berichtete). Insgesamt stehen dem Heimatverein auf dieser Schiene rund 12 000 Euro in Aussicht.

„Die verbleibende Differenz wollen wir durch Eigenleistungen erbringen“, erklärt Hermann Schaten, Vorsitzender des Mühlenausschusses. Und die Gemeinde? „Sie bringt über den Baubetriebshof im Bedarfsfall handwerkliche Unterstützung ein, kann uns aber aufgrund der Haushaltssituation finanziell nicht unterstützen“, sagt Beisitzer Hans Köning.

Dabei könnte der ehrenamtlich agierende Heimatverein auch monetäre Hilfe der Eigentümerin gut gebrauchen, stellt sich doch der Umfang der Renovierungsarbeiten recht groß dar. Nicht alles können die Heimatfreunde selbst erledigen. Bei bestimmten Arbeiten, wie zum Beispiel die Beseitigung von Feuchtigkeitsschäden am Fundament, müssen sie auf die Hilfe von Fachleuten bauen, wie Heijo Plagemann, Sohn des letzten Mühlenbesitzers Josef Plagemann, berichtet. Wasserspuren an den Grundsteinen im Bereich des Turbinenauslasses zum Beispiel erfordern detaillierte Ursachenforschung und fachmännische Beseitigung. Auch im Inneren sind Schäden am Mauerwerk zu sehen: Wasser drückt vom Turbinenschacht in den Keller. Plagemann: „Da muss genau geschaut werden, wie das zustande kommt und anschließend sorgfältig mit Bitumen ausgebessert werden.“

Eine weitere größere Maßnahme betrifft das Fachwerk im oberen Bereich der Außenfassade. Das ist zwar in einem besseren Zustand als das am Bahnhofsmuseum, benötigt jedoch auch dringend einen Neuanstrich. Technisch anspruchsvoll ist die Überholung der Turbinentechnik. Renovierungsbedürftig sind zudem der Elevator- und der Sackaufzug der Mühle. Viele weitere kleinere Maßnahmen, darunter die Abdichtung des Daches gegen Eindringlinge wie Dohlen, summieren sich insgesamt zu einem relativ hohen Arbeitsaufwand. Alle Projekte sind dabei im Vorfeld genauestens mit dem Denkmalamt durchgesprochen worden, betont Plagemann.

Die Renovierung bedeutet eine große Herausforderung für die Heimatfreunde. „Schließlich sind die meisten von uns auch nicht mehr die Jüngsten“, lacht Köning. Indes: Die alte Kornwassermühle, eines der bekanntesten Gebäude der Vechtegemeinde, liegt ihnen am Herzen. Und für „ihr“ Schmuckstück nehmen die Heimatfreunde die anstehende Arbeit gerne auf sich.

 

Fettmarkt im Wandel der Zeit

Von Irmgard Tappe – Westfälische Nachrichten

 

Beliebt über die Grenzen der Vechte-Gemeinde hinaus: die Reibekuchen des Heimatvereins. „Viele Leute von außerhalb kommen hauptsächlich wegen unserer Rieves zum Fettmarkt“, berichteten Helmut Kottig und Hermann Schaten. Entsprechend lang war die Schlange vor dem Verkaufstresen im Zelt der Heimatfreunde.

 

 

Der Fettmarkt hat sein Gesicht im Laufe der Jahrzehnte gewandelt. Wo früher Bauern ihr Vieh anboten, gibt es heute selbst gemachte Dekoartikel, ein Trampolin, Reibeplätzchen und vieles mehr. Sonntag, 15 Uhr: In Scharen strömen die Menschen an diesem sonnigen Tag zum Metelener Fettmarkt. „Guck

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mal da, Opa, ein echtes Schwein“, staunt der sechsjährige Julius und zeigt auf das grunzende Tier in der mobilen, mit Stroh ausgelegten Box. Der Opa erzählt dem Steppke vom Fettmarkt seiner Kindheit. „Da gab es nicht nur ein einziges Schwein zu sehen. Die Bauern kamen mit ihrem Vieh hierher und boten es zum Verkauf an“, erinnert sich der 64-Jährige.

 

Auf dem Fettmarkt der Gegenwart sucht der Enkel vergeblich nach Kühen, Pferden, Hühnern oder weiteren Schweinen. Dafür hat der Sechsjährige die Qual der Wahl bei vielen Angeboten: Bungee springen, Karussell fahren oder Trommeln ausprobieren sind nur einige der Möglichkeiten.

 

Und zu kaufen gibt es ebenfalls eine Menge. Zum Beispiel die knusprigen Reibekuchen im Zelt des Heimatvereins. Dort hat sich eine Schlange gebildet. „So geht das den ganzen Tag. Viele Leute von außerhalb kommen hauptsächlich wegen unserer Rieves zum Fettmarkt“, verkünden Helmut Kottig und Hermann Schaten, die den Besuchern kühle Getränke zu den Reibeplätzchen servieren, nicht ohne Stolz. Die beiden erinnern sich noch gut an die 1950er und 1960er Jahre. „Der Fettmarkt war damals immer an einem Donnerstag im Herbst, wenn die Ernte vorbei war“, erzählt Schaten. Für die Bauern sei es eine Gelegenheit gewesen, ihr fettes Vieh zum Verkauf anzubieten.

 

Deshalb heiße das Markttreiben bis heute Fettmarkt, erläutert der 74-Jährige den Begriff. Und für die Bewohner der Vechtegemeinde galt das ungeschriebene Gesetz: „Fettmarkt wet metmakt.“ „Das war eine Attraktion für alle. Hier im Ort war ja früher nichts los außer Kirmes und Schützenfest“, weiß Schaten.

 

 

Ein Publikumsmagnet ist der Fettmarkt auch heute noch. Anstatt der Tiere locken allerdings mehr als 100 Stände mit ihrem Angebot. Und im Gegensatz zu einst kommen viel mehr Leute aus den umliegenden Orten nach Metelen. Am späten Nachmittag schauen sie skeptisch gen Himmel. Dunkle Wolken haben die Sonne verdrängt und es beginnt zu regnen.

 

 

 

 

 

Heimatverein auf Usedom

54 Heimatfreunde besuchten jetzt fünf Tage lang die Ostseeinsel Usedom.

Westfälische Nachrichten - von Dieter Huge sive Huwe

 

Ihre Gastgeber im Hotel „Waldoase“ sind alte Bekannte. Die Brüder Bickmann stammen aus dem Vechteort. Die beiden aus Metelen stammenden Brüder Hermann und Reinhard Bickmann betreiben das Hotel „Residenz Waldoase“ im alten Kaiserbad Ahlbeck. Die Heimatfreunde hatten hier ihr Quartier für den Aufenthalt auf der Insel und tauschten mit den Brüdern alte und neue Geschichten über Metelen und Usedom aus.

 

 

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er bekanntlich einiges erzählen. Wenn sich gleich 54 Metelener gemeinsam auf den Weg machen, dann geht ihnen der Gesprächsstoff ob der vielen Eindrücke garantiert nicht aus. Wenn dann aber noch zwei altbekannte, ehemalige Metelener den Weg der Gruppe kreuzen, dann fließen frische Erlebnisse und Erinnerungen an gemeinsame Zeiten ein in die Gespräche beim Abendessen oder an der Hotelbar. Die Heimatfreunde aus dem Vechteort fanden genau diese Kombination am Ziel ihrer Wochen-Tour auf die Ostseeinsel Usedom vor: Viele spannende und sehenswerte Orte und zwei Alt-Metelener als Gastgeber – diese Kombination prägte die Reise des Heimatvereins.

 

Einer, der natürlich schon vorab wusste, was die Gäste erwartete, ist Josef Sunder. Er organisiert seit Jahren die Touren der Heimatfreunde und hatte gemeinsam mit seiner Frau Maria schon im Vorjahr Ausschau gehalten nach einem passenden Quartier. „Residenz Waldoase“ heißt das denkmalgeschützte Hotel, nur einen Steinwurf vom Ostseestrand im ehemaligen Kaiserbad Ahlbeck gelegen. „Ich wusste, dass die Bickmann-Brüder das Hotel betreiben“, verrät Sunder, als er über die Tour berichtet. Mit am Tisch sitzt sein Vornamensvetter Josef Fleige, der üblicherweise für die Radtouren des Vereins zuständig ist, aber auch auf Usedom gemeinsam mit seiner Frau zur Reisegruppe gehörte. Er hielt die Tour in Bildern fest – Fotos, die bei einem Erinnerungsabend auch noch gezeigt werden sollen, verriet er. Eines seiner Bilder zeigt das schmucke Hotel der beiden Brüder Bickmann, die sich 1998 aufmachten, um in Usedom neu anzufangen.

 

Die Sanierung von prächtigen Villen aus der Zeit, in der Usedom als die „Badewanne Berlins“ galt, war der Grundstein für den geschäftlichen Erfolg der Brüder auf der Insel. Der eine Kaufmann, der andere Handwerker durch und durch und beides gepaart mit dem richtigen Riecher für den Bedarf an eindrucksvollen Häusern für den sich nach der Wende entwickelnden Tourismus – das Konzept passte. Und auch das damals bereits fast 100 Jahre alte Hotel, welches die Brüder kauften und im Laufe der Jahre ausbauten um hölzerne Strandbungalows im kanadischen Stil. Ergänzend kamen weitere Ferienwohnungen und ein Garni-Hotel sowie ein Reiterhof, für den es ambitionierte Ausbauplanungen gibt, hinzu. Die Bickmanns haben sich ein kleines, touristisches Imperium aufgebaut. „Und das alles durch viel Fleiß“, berichtet Josef Sunder aus den Gesprächen mit den Brüdern. Abends war dafür Zeit und am letzten Tag der Reise, als Hermann Bickmann die Metelener mitnahm auf eine Planwagen-Tour.

 

An den fünf Tagen ihrer Reise hatten die Heimatfreunde unter anderm auf der Anreise einen Abstecher in die Hansestadt Lübeck gemacht. Pflichttermin war das Holstentor, aber auch die Altstadt ist sehenswert. Dies wurde im Rahmen einer Führung klar. Kaiserbäder und das Raketen-Testgelände der Nazis in Peenemünde – die Kontraste der Ostseeinsel erfuhren die Reisenden gleich am ersten Tag auf Usedom. Abstecher auf den polnischen Teil des Eilands gab es gleich zwei. Die Hafenstadt Swinemünde wurde ebenso erkundet wie auf dem Rückweg der lange Markt an der Promenade Richtung Ahlbeck. Das Seebad Misdroy auf der polnischen Nachbarinsel Wollin stand einen Tag später auf dem Programm. Greifswald mit seiner langen Geschichte als Universitätsstandort war Ziel eines Ausflugs aufs Festland. Der Auftritt des Travestiekünstlers am Abend wird sicherlich auch noch in den nächsten Wochen für Gesprächsstoff sorgen – da waren sich die beiden Josefs vom Heimatverein in ihrer Rückschau einig.

 

Und auch darin, dass Usedom mehr bietet als reinen Ostsee-Urlaub. Das Hinterland der Insel mit einem idyllisch gelegenen Wisentgehege oder dem Schloss Stolpe ist der Beleg hierfür. Aber auch an diesem Ausflugstag begleitete die Metelener die deutsche Geschichte. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Eisenbahn-Hubbrücke bei Karnin wurde besucht – über sie rollte einst auch der Prunkwagen des Kaisers auf dem Weg von der Berliner Residenz in die Sommerfrische an der See. Gut erholt erreichten die Reisenden wieder die Vechtegemeinde am Sonntag. Und etliche von ihnen freuen sich schon auf die nächste Tour des Heimatvereins. Die führt im August in den Schwarzwald. Josef Sunder kennt die Route bereits . . .