Wir über uns

 

 

 

Der Heimatverein Metelen  wurde am 29. Januar 1929 gegründet. Erster Vorsitzender wurde Wilhelm Schürhoff, Schriftführer Bernhard Hülso. Die konstituierende Sitzung fand am 16.04.1929 im Saal der Gaststätte Pieper statt. Zielsetzungen die sowohl die Heimat- als auch Kulturpflege in der Vechtestadt betrafen, wurden erörtert und beschlossen. Den Nachlässen ist zu entnehmen, dass über einen langen Zeitraum der Verkauf der Apostelfiguren der Katholischen Kirchengemeinde an den Dom zu Münster die Heimatfreunde bewegte. Selbst das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung in Berlin war bei der Entscheidungsfindung eingebunden.

Probleme waren natürlich in der Zeit des Nationalsozialismus vorprogrammiert. Zwischen 1933 und 1945 galt das Reichskulturkammergesetz vom 22.09.1933 Sogenannte Zwangsmitgliedschaften entstanden. Für Metelen war der Kreiskulturwart Dr. Friedrich Castelle zuständig. Dieser hatte auch Sitz und Stimme im Vorstand des Heimatvereins. Über die Heimatvereine bzw. dem Westfälischen Heimatbund versuchten die Nationalsozialisten weiter Einfluss zu gewinnen. Mitglied im Westfälischen Heimatbund wurde 1935 das Amt Metelen und nicht der Heimatverein. 1938 starb Wilhelm Schürhoff, dass Amt wurde kommissarisch vom damaligen Bürgermeister Dr. Linnhoff übernommen.

Bis Kriegsende waren dann die Lehrer Rudolf Hellmann und Bernhard Perdekamp eingesetzt, aber auch der Name Bernhard Hegemann war schon durch verschiedene Tätigkeiten bekannt. Das Vereinsleben ruhte aber wohl in dieser Zeit.

1948 kam dann wieder Bewegung in das Vereinsleben. Bernhard Hegemann wurde Vorsitzender und behielt dieses Amt bis 1968 inne. Fragen wie „Macht ein Heimatverein noch Sinn“ beschäftigte zunächst mal die Bevölkerung. Weite Bereiche der heimatlichen Aufgaben wurden durch das Volksbildungswerk des Kreises Steinfurt abgedeckt.

Mit Elan versuchte man 1957 das Vereinsgeschehen wieder auf Schwung zu bringen. Bernhard Hegemann, sein Stellvertreter Josef Lauhues, Schriftführer Josef Artmann, Kassierer Walter Schründer sowie die Beisitzer Paul Brink, Richard Hauck, Max Bürger, Heinrich Konert und Theo Wiedau waren die Männer dieser Stunde.

Im Alter von 76 Jahren trat Bernhard Hegemann ab, wurde Ehrenvorsitzender, sein Nachfolger wurde Walter Schründer. Mit im Boot als 2. Vorsitzender war Klaus Suwelack. Geschäftsführer Theo Wiedau, Beisitzer die Herren Richard Hauck, Bernward Gassmann, Max Bürger, Albert Tietmeyer, Paul Mensing und Hermann Averbeck.

Die Neubelebung von der Neubelebung war dann in der Generalversammlung am 21.02.1970 beschlossene Sache. Die Gemeinde hatte die Bevölkerung zur Teilnahme eingeladen. Landesarchivar Dr. August Schröder plädierte nachdrücklich für die Daseinsberechtigung der Heimatvereine.

Paul Mensing, der durch verschiedenste Tätigkeiten in der Bevölkerung bestens bekannt war, wurde an diesem Tag zum neuen Vorsitzenden gewählt. Kassierer wurde Hans Tewes, erstmals wurden mit Anni Schulze Lohoff und Thekla Pieper zwei  Damen als Beisitzerinnen  gewählt.

Küeroabende wurden ins Leben gerufen, kleine und größere Wanderungen absolviert, die Geselligkeit wurde mit Wurst- und Wurstebrot oder Pfannekuchenessen gefördert. Familiennachmittage, Treffen mit Nachbarvereinen, Arbeitseinsätze im Vogelpark und Vogelstimmenexkursionen standen auf dem Programm.

Heimatfilm, Freibaum pflanzen, Tagesfahrten, Mehrtagesfahrten, Denkmalpflege, Sternfahrt der Heimatvereine nach Metelen, Lambertus, die Gründung der Seniorenwandergruppe, Blumenpflanzaktion und 1979 das 50-jährige Bestehen waren wichtige Meilensteine in den 70er Jahren. Zum Vorstand gehörten neben Paul Mensing jetzt Josef Kemper als 2. Vorsitzender, Schriftführer Albert Tietmeyer, Kassierer Hermann Averbeck, sowie die Beisitzerinnen und Beisitzer Wilhelm Budde, Anni Schulze Lohoff, Maria Krumme, Erich Joost, Monika Nienhaus, Hermann Buschkamp und Paul Hollekamp.

Heimatabende,Talk up Platt, Radwanderungen, die Restaurierung der Mühle und des Sägewerkes, Partnerschaft mit Denekamp, Einrichtung Mühlenmuseum, Heimatkalender, Trachtenanfertigung, Kötterhaus Buschkamp, Diaabende, Karnevalssitzungen, 1100-Jahre  Metelen und die Gründung der Volkstanzgruppe, sind Schlagworte, die für viel Engagement in den 80er Jahren sprechen. Der Plaggenstiäkerchor wurde gegründet. Die Beteiligung an der Herausgabe des Buches "Düt und Dat" von Bernhard Hegemann und die Unterschriftensammlung zur Widererlangung der 1938 verlorenen Stadtrechte sind sicher erwähnenswert. Am 24.03.1985 wird der Heimatverein ein "e.V.".

1990 wurden mit Josef Krude, Thekla Pieper und Moni Nienhaus die ersten Ehrenmitglieder ernannt. 1992 wird Herbert Lösing neuer 2. Vorsitzender. Der Fieroabend an de Müell wurde erstmalig veranstaltet, ebenso die Staudenbörse für Blumenfreunde. Weitere Programmpunkte, wie Palmstöcke basteln, Radfahr- und Wandergruppe und Ausstellungen bereichern ab jetzt das jährliche Veranstaltungsangebot. Paul Mensing wird am 16. Oktober 1990 vom Kreistag einstimmig zum Kreisheimatpfleger bestellt. Für besondere Verdienste in der Heimat- und Brauchtumspflege erhält Paul Mensing am 15. Dezember 1995 den Wanderpreis des Kreises Steinfurt. Mit Hermann Averbeck  tritt ein verdienter Mitstreiter der ersten Stunde von der aktiven Bühne ab. Die Kassengeschäfte übernimmt Hans Köning. Albert Tietmeyer ist auf Radio RST mit seinen plattdeutschen Kolumnen zu hören.

Bautätigkeiten bestimmen fortan das Geschehen im Verein, ohne dass dabei andere Aktivitäten eingeschränkt oder gestrichen worden wären. Pastor Erich Elpers begleitet die Erstellung der Stationen für den Lebensweg Jesu.

Das Haus Tendyck , unser heutiges Ackerbürgerhaus „Hans Tietmeyer“ rückte am 29. November 1996 in den Mittelpunkt des Vereinsgeschehens. Paul Mensing, Albert Tietmeyer und Hans Köning unterzeichneten den Grundstückskaufvertrag um das lang gehegte Ziel, eine eigene Bleibe für den Verein zu finden, in die Tat umzusetzen. Bau- und Finanzierungsplan sowie Nutzungskonzept wurden in der Generalversammlung am 16.02.1997 abgesegnet. Am 31.10.1998 war unser „Wohnzimmer“ mit tatkräftiger Hilfe von Bauleiter Ludger Mensing fertiggestellt. Heinz Möllers heißt seit 1997 der 2. Vorsitzende des Vereins.

Das Ackerbürgerhaus mit Leben zu erfüllen hatte nun Priorität. Mit neuen Angeboten wie „Karten spielen“ und die Handarbeitsgruppen  „Nadel und Faden“ sowie „Handarbeit und Spiele“ wurde das Programm erweitert.