"Bahnhof Metelen Ort"

Südring

 

Für die  “ Nordbahn “ der Westfälischen Landeseisenbahn wurde hier in den Jahren 1900 – 1902  längs der Bahnstrecke Burgsteinfurt  –  Borken der  Bahnhof Metelen - Ort erbaut. Entlang dieser Strecke gab es folgende Bahnhöfe oder  Haltepunkte: Burgsteinfurt  –  Metelen-Ort  –  Nienborg-Heek  –  Ahler Kapelle  –  Ahaus  –  Quantwick  –  Almsick  –  Stadtlohn  –  Hundewick  – Südlohn  –  Weseke  –  Gemen  –  Borken.

 

Am 30. September 1902 konnte die Bahnstrecke feierlich für den Personenverkehr eröffnet werden. Die erste Dampflokomotive, die diese Strecke befuhr, der legendäre  Pengel - Anton, wurde von der FA. Borsig in Berlin gebaut. Als Bahnhofsvorsteher wurden die Herren Strube, Flesner, Neuendorf, Möbes, Demes, Bräutigam, Ludewig und Südholt eingesetzt. Der letzte Bahnhofsvorsteher, Josef Teigeler, hatte sein Amt von 1949 bis 1963 inne. Danach wurde der Bahnhof Metelen – Ort zur Agentur, der Heinrich Vinkelau als Leiter vorstand. Mit dem offiziellen Beginn des Zugverkehrs am 01. Oktober 1902, eröffnete Theodor Einhoff die Bahnhofsgaststätte. Als Pächter der Gaststätte folgten Josef Prein, dann Josef Althoff, der die Witwe Prein zur Ehefrau nahm, sowie Karl Saerbeck, der die Gaststätte über die Stilllegung der Bahnstrecke hinaus bewirtschaftete.

 

 

 

Für Metelen war die neue Bahnlinie von großem wirtschaftlichem Nutzen. Es konnten vor allem Gebrauchsgüter wie Holz, Kartoffeln, Kohlen und Kunstdünger von und nach Metelen transportiert werden. Die Zunahme des Güterverkehrs war so erfreulich, dass man ab 1907 reine Güterzüge einsetzen konnte. Nach dem Bau einer Viehwaage durch den Bahnhofswirt Josef Althoff  im Jahre 1920, ließen viele  Viehhändler aus Metelen, Schöppingen, Leer, Eggerode, Asbeck, Legden, Wettringen und Ochtrup-Weiner in Metelen ihr Vieh wiegen und zum Weitertransport verladen. Im Laufe der Jahre wurde auch ein Postwagen, besetzt  mit einem Beamten, für den Brief- und Paketdienst zwischen Burgsteinfurt und Borken angehängt. Da es in Metelen noch keine Apotheke gab, war die tägliche Anlieferung benötigter Medikamente mit der Bahn ein Segen für die Bewohner Metelens. Von Gerhard Mensing wurden die Rezepte entgegengenommen, die Medikamente in Burgsteinfurt besorgt und an die Empfänger in Metelen  ausgehändigt.

 

“Zug döhr loaten“, das war für die Bewohner Metelens die Attraktion des Sonntagabends. Hier traf sich Jung und Alt am Bahnsteig, hier wurde das Neueste vom Tage erzählt. In der Bahnhofsgaststätte war zu diesem Zeitpunkt Hochbetrieb. Hier vertrieb man sich  die Zeit, bis  der “Sieben-Uhr-Zug“ abgefahren war. Am 30. November 1972 wurde die Strecke Burgsteinfurt – Borken stillgelegt. Die Trasse der WLE wurde von der Gemeinde Metelen erworben und zu einem Rad- und Wanderweg ausgebaut. Das Bahnhofsgebäude wurde im Juni 2005 abgerissen.

 

Die Nachbildung des ehemaligen Bahnhofes Metelen – Ort wurde im Jahre 2013 von Prof. Dr. Hans Tietmeyer, ehemaliger Bundesbankpräsident,  Ehrenbürger von Metelen und Ehrenmitglied im Heimatverein Metelen, gestiftet.